Dr. Anica Plaß​mann

 Privatpraxis für

Paar- und Sexualtherapie

Online-Sexsucht

In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Menschen süchtig nach Pornographie. Dies kann unbewegtes Bildmaterial, Clips auf Datenträgern wie DVDs und die schier unendlichen Angebote an Internetpornographie umfassen. Von Online-Sexsucht und Porno-Sucht sind meistens Männer betroffen. Sie entwickeln manchmal ein regelrechtes Jagdfieber nach neuen, "besseren" Clips. Die Jagd kann jedoch durch die täglich wachsende Flut an neuen Angeboten im www. zu keinem Ende gelangen. Um den Konsum gegenüber der Außenwelt zu verbergen, werden aufwändige Strategien benutzt, Alibis für die Zeit zu entwickeln und die Spuren im Netz zu verwischen. In meine Praxis kommen zunehmend mehr Männer, deren Partnerschaften wegen ihrer Vorliebe für Pornographie belastet oder gefährdet sind.

Bin ich pornosüchtig?

Zur Einschätzung einer fraglichen Sucht sind die folgenden Kriterien entscheidend:

1. Craving

Liegt ein unbedingtes Verlangen (= Craving) nach Internetclips und Pics vor?

Craving bedeutet ein deutlich stärkeres Verlangen, statt „mal gerade Lust“ auf etwas Entbehrliches zu haben. Es geht um ein sehr dringliches "Ich-muss-unbedingt!".

2. Toleranzentwicklung

Findet eine Toleranzentwicklung statt, so dass zunehmend mehr Zeit investiert oder drastischere Inhalte gesucht werden, um das erwünschte Hochgefühl zu erreichen?

3. Entzug

Liegen Entzugsphänomene vor, wenn der Pornokonsum reduziert oder beendet wird? Liegt ein Entzug vor, kann es zu Stresssymptomen unterschiedlicher Art kommen. Gereiztheit, Aggressionen, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme, depressive Episoden können auftreten u.v.m.

4. Kontrollverlust

Liegt Kontrollverlust vor? Das ist der Fall, wenn sich jemand vorgenommen hat, „nur ein Stündchen Bilder zu sortieren“, und statt dessen 3 Stunden masturbierend vor dem Rechner sitzt - oder statt ein paar Clips anzusehen Erotik-Chats besucht, Life-Cam-Girls kontaktiert oder sogar in der Realität Sexkontakte mit Internet-Bekanntschaften hat.

5. Wichtigkeit

Bekommt der Konsum Priorität gegenüber Hobbys, Freundschaften, der Familie oder der Arbeit? Sitzt der Betroffene z.B. lieber das ganze Wochenende daheim am Rechner, statt sich mit anderen ein angenehmes Wochenende in der "echten" Welt zu machen?

6. Fortgesetzter Konsum trotz Bewusstheit von Konsequenzen

Konsumiert der Betroffene weiter, obwohl ihm die negativen Auswirkungen auf sein Leben bewusst sind? – Auch wenn er befürchten muss, dass die Rechnungen für Life-Cam-Girls erheblich sind, dass seine Partnerin ihn verlässt, dass er wegen der Verspätungen oder Terminabsagen Probleme im Job bekommt, und und und …..